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Zimmererberuf im Wandel: Vom Handbeil zur CNC-Anlage

Wer heutzutage an einer WEIZENEGGER-Baustelle vorbeifährt und unsere fleißigen Zimmerer am Rohbau werkeln sieht, ahnt oft nicht, welche jahrhundertelange Entwicklung hinter diesem Beruf steckt. Wussten Sie, dass der Zimmererberuf zu den ältesten Handwerksberufen zählt und zugleich einer der modernsten ist? Kaum ein anderes Handwerk vereint so viel Tradition mit Hightech-Technik. Genau an dieser Schnittstelle bewegt sich auch WEIZENEGGER seit über 110 Jahren: als Familienunternehmen, das aus einem kleinen Sägewerk hervorgegangen ist und heute Holzbauprojekte mit modernster Fertigungstechnik realisiert. In diesem Beitrag zeigen wir, wie sich diese Entwicklung in der eigenen Firmengeschichte von WEIZENEGGER widerspiegelt.

Zimmerer im Mittelalter: Der Zimmermann als Baumeister.

Der Beruf des Zimmerers gehört, neben Steinmetzen und Schmieden, zu den ältesten Handwerksberufen in Europa. Schon im Mittelalter waren Zimmerleute weit mehr als reine Handwerker: Sie waren Konstrukteure, Statiker und Bauleiter in einer Person. Kirchtürme, Fachwerkhäuser, Brücken und Dachstühle entstanden damals ohne die Hilfe von Computern und stehen oftmals noch heute.  

Im Mittelalter spielen die Zünfte eine wichtige Rolle für das Handwerk. Hier sind alle Zimmerleute organisiert, so dass die Ausbildung, Qualität und Ehre des Berufsstands gesichert sind und über Generationen weitergegeben werden. Wer das Handwerk lernen will, durchläuft eine strenge Lehre, wird Geselle und geht anschließend auf die Walz.  

Die Walz ist eine Art Wanderschaft, in der Gesellen über mehrere Jahre bei verschiedenen Meistern in unterschiedlichen Regionen arbeiten, um ihr Können zu erweitern, bevor sie selbst den Meisterbrief erwerben. Dieser Brauch ist im Mittelalter auch für Bäcker, Steinmetze und Müller üblich. Heute existiert die Walz in abgewandelter Form fast nur noch im Zimmererberuf.

Industrialisierung: Die ersten Maschinen für das Zimmererhandwerk.

Holzverbindungen wie Schwalbenschwanzblatt oder komplexe Zapfenverbindungen wurden über Jahrhunderte verfeinert, ganz ohne die Hilfe von Maschinen. Auch heute sind sie noch Basis jeder guten Zimmererausbildung, auch wenn die Werkzeuge sich radikal verändert haben. 

Denn mit dem Aufkommen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verändert sich auch das Zimmererhandwerk. Sägewerke mechanisieren die Holzverarbeitung, die ersten Kreissägen und Hobelmaschinen ersetzen mühsame Handarbeit. Maschinen übernehmen nun komplette Arbeitsschritte. Das handwerkliche Können, also Planung, Konstruktion, Montage sowie das Gespür für Material und Statik bleibt jedoch beim Menschen. 

Genau in diese Zeit des Umbruchs fällt auch die Geburtsstunde von WEIZENEGGER: 1901 beginnt die Firma Böckeler in Bad Wurzach mit dem Bau von Fertighäusern, 1914 übernimmt Zimmermeister Benedikt Willburger das Dampfsägewerk und legt damit den Grundstein für das heutige Unternehmen. Nun trifft jahrhundertealtes Handwerk mit seinen Traditionen auf die frühe Industrialisierung des Sägewerkswesens: über Generationen hinweg entwickelt sich daraus das moderne Holzbauunternehmen WEIZENEGGER.

Nachkriegszeit und Fertighausboom: Vom Dachstuhl zum kompletten Zuhause.

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wandelt sich die Rolle des Zimmerers erneut. Weit bis ins 20. Jahrhundert hinein ist die Aufgabe des Zimmerers vor allem das Abbinden des klassischen Dachstuhls. Nun erschließt sich mit dem Aufkommen des Fertighausbaus ein neues Geschäftsfeld: das komplette Ein- und Mehrfamilienhaus in Holzbauweise. Zimmereibetriebe werden zu Baupartnern, die vom Fundament bis zum First planen und bauen. 

Auch bei WEIZENEGGER lässt sich dieser Wandel in der eigenen Chronik nachvollziehen: 1956 steigt der Großvater der jetzigen Geschäftsführerin, Daniela Weizenegger-Daiker, in die Geschäftsführung ein und baut ab 1969 erste Fertighäuser. 1989 beteiligt sich Heinrich Weizenegger am Betrieb, woraus schließlich der Name „WEIZENEGGER GmbH“ entsteht. Aus einem kleinen Sägewerk ist damit ein Baubetrieb mit eigenem Anspruch an Planung, Ausführung und Kundenbetreuung geworden. 

Vorfertigung verändert die Werkstatt des Zimmermanns.

Einer der größten technischen Umbrüche im Zimmererhandwerk der letzten Jahrzehnte ist die Vorfertigung. Statt Wände, Dach- und Deckenelemente Stück für Stück auf der Baustelle zu montieren, werden ganze Bauteile witterungsunabhängig in der Werkshalle gefertigt: gedämmt, mit Fenstern versehen, anschließend zur Baustelle transportiert und dort montiert. Das verkürzt Bauzeiten erheblich, verbessert die Maßgenauigkeit und macht den Bauablauf deutlich planbarer, weil weniger Arbeitsschritte vom Wetter abhängig sind. 

Auch bei WEIZENEGGER tut sich im Jahr 2000 einiges in dieser Richtung: die Betriebshalle an der Ziegelwiese in Bad Wurzach wird um 40 Meter erweitert. Ein deutliches Signal dafür, dass die Fertigung in der Halle immer wichtiger wird. Sieben Jahre später, 2007, folgt die Investition in eine eigene Abbundanlage. Damit hält bei WEIZENEGGER die computergesteuerte Fertigung Einzug, die heute ein ganz selbstverständlicher Teil des Leistungsspektrums ist.

CNC und CAD: Digitalisierung im Handwerk.

Wer heute eine Ausbildung zum Zimmerer oder zur Zimmerin beginnt, lernt weit mehr als Sägen und Hobeln. Moderne Holzbauprojekte werden per CAD-Software digital geplant und konstruiert. Über eine direkte Schnittstelle wandern die Konstruktionsdaten anschließend zur CNC-gesteuerten Abbundanlage, die Balken, Träger und Wandelemente millimetergenau zuschneidet, bohrt und beschriftet. Fehlerquellen, die früher durch Handarbeit entstehen konnten, werden dadurch reduziert. 

Bei WEIZENEGGER zeigt sich dieser Anspruch nicht nur im eigenen Maschinenpark, sondern auch in der Struktur des Unternehmens: Unter dem Dach der zentralen Verwaltung arbeiten heute Zimmerer, Schreiner, Meister und Architekten eng zusammen. Ein Team, das die gesamte Bandbreite von der ersten Idee bis zur schlüsselfertigen Übergabe abdeckt. Mit der 2011 gegründeten Weizenegger Objektbau GmbH kamen zudem kommunale und gewerbliche Großprojekte hinzu, mit der Aschenbrenner & Weizenegger GmbH seit 2020 die Spezialisierung auf Sanierung und Bestandserweiterung. Ein anschaulicher Beweis dafür, wie vielseitig sich das moderne Zimmererhandwerk heute aufstellt. 

Zimmerer bei Weizenegger: Menschliches Know-how im Mittelpunkt.

Bei all der technischen Entwicklung bleibt ein Kern des Berufs bei WEIZENEGGER konstant: Am Ende entscheidet nach wie vor das geschulte Auge und die Erfahrung eines Menschen, ob eine Lösung für die konkrete Baustelle die richtige ist. Maschinen fertigen präzise, aber sie denken nicht mit und tragen auch keine Verantwortung. Genau deshalb bleibt die praktische Ausbildung, das Erlernen von Holzverbindungen, Statik-Grundlagen und handwerklichem Gespür auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar.

Tradition und Fortschritt vereint in einem Unternehmen.

Die Geschichte des Zimmererhandwerks ist eine Geschichte der Anpassung an neue Techniken, neue Marktanforderungen und neue Bauweisen. Das spiegelt sich auch bei WEIZENEGGER wider, getragen von einer Familie, die seit drei Generationen im Unternehmen aktiv ist. Heute sind wir ein modernes Holzbauunternehmen, das Tradition und Fortschritt, handwerkliches Können und digitale Fertigung miteinander verbindet. Ein perfektes Zusammenspiel, das den Zimmererberuf bis heute so besonders macht.

Ausbildung und Karriere in der Zimmerei bei WEIZENEGGER.

Wer sich für einen Beruf interessiert, der Handwerkstradition mit modernster Technik verbindet, findet im Zimmererhandwerk eine der spannendsten Ausbildungen überhaupt. Ob als Auszubildende oder Auszubildender im Zimmererhandwerk, als erfahrene Fachkraft oder als Berufseinsteiger mit Interesse an modernen Fertigungsmethoden: Bei WEIZENEGGER arbeitest du an echten Bauprojekten, in einem eingespielten Team aus Zimmerern, Meistern, Architekten und Bauingenieuren. Alle offenen Stellen und Ausbildungsplätze gibt es auf der Karriereseite von WEIZENEGGER. Der erste Schritt zur Bewerbung ist nur wenige Klicks entfernt!