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Wie liest man einen Bebauungsplan?

Er nennt spezifische Parameter und gibt damit den Rahmen für den Bau einer Immobilie vor: der Bebauungsplan. Um sich mit seinen technischen Details zurechtzufinden, muss man weder Architekt noch Experte des Ingenieurwesens sein. In diesem Ratgeber erklärt WEIZENEGGER Ihnen, auf welche Angaben sich ein Bebauungsplan stützt, welche Kürzel Ihnen hier begegnen und wie Sie den Plan so lesen, dass Sie ihn auch verstehen – damit Sie Ihre Traum-Immobilie rechtskonform verwirklichen können.



Grundlegende Vorgaben eines Bebauungsplans.

Der Bebauungsplan unterscheidet sich vom Flächennutzungsplan insoweit, als dass er die bauliche Nutzung des Grundstücks exakt definiert. Im Flächennutzungsplan hingegen wird lediglich die allgemeine Nutzung von Bodenflächen benannt.



In einem Bebauungsplan finden Sie hauptsächlich folgende Einflussgrößen:





  • Form und Ausmaß der Grundstücksnutzung für bauliche Zwecke

  • Vorgaben zur gestatteten Bauweise und Grundstücksflächen, die überbaut werden dürfen
  • Separierung von Bau-, Verkehrs- und Grünflächen sowie Flächen der gemeinschaftlich genutzten Infrastruktur



Neben einer Beschreibung dieser Vorgaben enthält der Bebauungsplan zur visuellen Darstellung unterstützend eine Zeichnung, welche die geplante Bebauung ausführlich skizziert.

WICHTIG!
Die Form der Angaben innerhalb eines Bebauungsplans kann in den Bundesländern jeweils voneinander abweichen.


Bebauungsplan lesen: Differenzierung von Baugrenze und Baulinie.

Die Baugrenze:

Begrenzung der Baufläche im Bebauungsplan. Mit der Konkretisierung der Baugrenze gibt der Bebauungsplan vor, in welchem Bereich Sie Ihre Immobilie auf dem Grundstück positionieren dürfen. Die Baugrenze schließt Nebengebäude wie ein Gerätehaus im Garten oder eine Garage explizit aus. Sie erkennen sie im Bebauungsplan an der Aneinanderreihung zweier Striche und eines Punktes sowie an ihrer blauen Farbe. Ein Heranbauen bis an die Baugrenze ist im Vergleich zur sogenannten Baulinie nicht obligatorisch.


 

Baulinie:

Ausrichtung von Gebäuden in einer Flucht. Die Baulinie ist eine Regelung, die maßgeblich der Bebauungsästhetik dient. Sie zeichnet sich durch jeweils zwei Punkte, gefolgt von einem Strich, sowie ihre rote Einfärbung aus und gibt die Flucht vor, in der ein Gebäude zu errichten ist. Wichtig hierbei ist, dass eine Außenkante des Gebäudes die Baulinie (oft auch Fluchtlinie genannt) touchiert. Baulinien können im Bebauungsplan entweder einseitig oder mehrseitig eingezeichnet sein. Umreißen diese eine Fläche komplett, sind Sie bei der Bebauung Ihres Grundstücks somit in besonders hohem Maße eingeschränkt.



Bebauungsplan lesen: Form der Grundstücksnutzung für bauliche Zwecke.

Unterhalb der Ordnungsnummer gibt der Bebauungsplan vor, welche Art der baulichen Nutzung im jeweiligen Fall erlaubt wird. So bezeichnet die Angabe "WA" ein allgemeines Wohngebiet, wohingegen das Kürzel "GE" ein Gewerbegebiet und die Bezeichnung "GI" ein Industriegebiet deklariert. Als "WB" gekennzeichnete Flächen definieren ein besonderes Wohngebiet, welches hauptsächlich zum Wohnen genutzt wird. In diesem kann es aber auch öffentliche Einrichtungen wie Geschäfte, Verwaltungs- und Kultureinrichtungen sowie Bürogebäude geben.



Darüber hinaus benennt die Schablone zur baulichen Nutzung die zulässige Anzahl an Vollgeschossen der Immobilie, die zulässige Bauweise, die Grundflächen-, Geschossflächen- und Baumassenzahl sowie die genehmigten Haustypen und die Neigung des Dachs.



Unterschied zwischen offener und geschlossener Bauweise.

Im Bebauungsplan wird es mit einem "o" gekennzeichnet, wenn Sie auf dem Grundstück offen bauen dürfen. Bei einer vorgegebenen geschlossenen Bauweise sieht die Nutzungsschablone ein "g" vor. Offene Bauweise bedeutet, dass die auf dem Areal errichteten Häuser einen geregelten Grenzabstand seitlich haben dürfen. Die geschlossene Bauweise zeichnet sich durch Häuser ohne seitlichen Begrenzungsabstand aus. Hierunter sind Reihen- und Doppelhäuser zu verstehen.



Anzahl der genehmigten Vollgeschosse: Blick in den Bebauungsplan.

Sie möchten eine dreigeschossige Stadtvilla errichten? Werfen Sie einen Blick in den Bebauungsplan, bevor Sie mit der Konzeption Ihrer Immobilie beginnen. Die Anzahl der Geschosse, die auf dem Grundstück erlaubt sind, wird in der Nutzungsschablone per römischen Ziffern angegeben. Beachten Sie, dass das Dachgeschoss unter Umständen als Vollgeschoss zählt. Entscheidende Parameter hierfür sind die Bauordnung und Größe der Mansarde.

Außerdem wichtig: Als Vollgeschosse werden alle Etagen gewertet, die eine Höhe von 1,20 m bis 1,60 m oberhalb des Erdreichs haben. Daher können unter Umständen auch unterirdische Geschosse nach den Vorgaben des Bebauungsplans als Vollgeschosse zu berücksichtigen sein.



Grundflächenzahl: Berechnung der überbaubaren Fläche.

Die Grundstücksfläche, die Sie mit einer Immobilie überbauen dürfen, wird durch die GRZ (Grundflächenzahl) definiert. Sie errechnet sich aus der Maximalgröße des bebaubaren Areals, dividiert durch die Grundstücksgröße. Beträgt die als Dezimalgröße dargestellte Grundflächenzahl beispielhaft 0,4, so ist es Ihnen gestattet, 40 Prozent der Gesamtgrundstücksgröße zu bebauen.


Geschossflächenzahl: Kalkulation der Geschossquadratmeter.

Wie hoch darf die Fläche der Vollgeschosse im Verhältnis zur Grundstücksfläche ausfallen? Diese Größe gibt Ihnen die in der Nutzungsschablone des Bebauungsplans genannte GFZ (Geschossflächenzahl) vor. Sie ist analog zur dezimal dargestellten Grundflächenzahl zu lesen. Bei einer Geschossflächenzahl von 0,3 dürfen die Vollgeschosse 30 Prozent der kompletten Grundstücksfläche nicht übersteigen.

Baumassenzahl als Indikator für Traglast des Bodens.

Nicht jeder Boden eignet sich gleichermaßen für eine Bebauung mit hohen Lasten. Deshalb sieht der Bebauungsplan auch eine Baumassenzahl (BMZ) vor. Hierbei ist für die Baubehörde die Baumasse - angegeben in Kubikmetern - pro Quadratmeter Grundstücksfläche relevant. Die zulässige Baumasse errechnet sich aus den miteinander multiplizierten Werten Baumassenzahl mal Größe des Grundstücks.


Vorgaben zum Dach laut Bebauungsplan.

Aus Sicht der Baubehörde ist es erheblich, wie Sie das Dach Ihrer Immobilie gestalten. Sie sieht daher mit dem Bebauungsplan eine Reihe strikter Richtlinien vor. So wird nicht nur die Dachform mit Kürzeln wie "SD" für ein Satteldach oder "FD" für ein Flachdach vorgegeben, sondern auch die Neigung des Dachs. Des weiteren sind die Vorgaben zur Traufhöhe und Firsthöhe sowie die Firstrichtung zu berücksichtigen. Sie benötigen Unterstützung beim Lesen des Bebauungsplans? Kontaktieren Sie WEIZENEGGER - Ihren erfahrenen Profi für nachhaltige Holzhäuser!

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Andreas Bloching

Traumhausverkäufer

Andreas Bloching besitzt mehr als 29 Jahren Erfahrung im Baugewerbe und fokussiert seine Expertise seit 7 Jahren auf Vertrieb & Hausbau. Als Zimmermann und Maurer hat er das optimale Know-how, wenn es um Ihr Traumhaus geht. Über 80 gebaute Traumhäuser und glückliche Bauherren sprechen für ihn.

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